Aktuelles

01. Dezember 2016 16:27 Alter: 2 yrs

Haushaltsanträge 2017/2018: Freier Eintritt LVR-Museen

 

Beschlussvorschlag:

1. Der LVR gewährt vorerst probeweise für 2 Jahre (während der Umbauphase) freien Eintritt zum Landesmuseum Bonn.

2. In allen anderen LVR-Museen wird an mindestens einem Wochentag freier Eintritt gewährt.

Die Verwaltung bzw. die Museumsleitungen legen die entsprechenden Wochentage fest.

3. Die Auswirkungen des freien Zugangs werden ausgewertet.

 

Begründung:

„Kultur ist alles, was der Mensch gestaltend schafft, niemand darf davon aufgrund seiner sozialen Situation ausgeschlossen werden“ und „Kultur ist nicht exklusiv, Kultur ist inklusiv“* sind Leitsätze, die sicher auch Richtschnur für den LVR sind. Als einem Verband mit dezidiert kulturellem Auftrag, liegt es im ganz besonderem Interesse des Landschaftsverbandes Rheinland, möglichst vielen Menschen - quer durch alle sozialen Schichten - Teilhabe an seinen Kulturangeboten zur ermöglichen. Die Kulturgüter des LVR sind Eigentum aller Bürger. Deren Zugang sollte ohne bauliche und finanzielle Hürden möglich sein.

Ein Trend zum freien Eintritt in Kultureinrichtungen nach dem kulturpolitischen Prinzip „Kultur für alle“ ist unverkennbar. In Großbritannien ist der Museumsbesuch per Gesetz seit Jahren kostenfrei möglich. In Berlin, Hamburg, München, Leipzig und vielen weiteren deutschen Städten gibt es inzwischen Museen, die kostenfreien Zutritt gewähren. Allein im Ruhrgebiet gibt es mehr als 20 Museen mit freiem Eintritt, darunter das LWL-Industriemuseum Zeche Hannover in Bochum. Darüber hinaus bietet der LWL an ausgewählten Tagen kostenfreien Eintritt in die Ausstellungen weiterer LWL-Museen.

In vielen LVR-Museen werden die Kosten der Eintrittskontrollen durch den Eintritt kaum

refinanziert. Außerdem zeigt die Erfahrung vieler Museen, dass eingesparte Eintrittsgelder durch die Besucherinnen und Besucher im Museumsshop ausgegeben bzw. freiwillig gespendet werden. Der bei freiem Eintritt zu erwartende Besucheranstieg würde so ebenfalls zu höheren Einnahmen führen. Letztlich ist freilich bei allen ökonomischen Erwägungen eine deutliche Zunahme von Besucherinnen und Besuchern immer höher zu bewerten als mögliche Einnahmeeinbußen.

*Leitsätze des Vereins „Kultur für alle e.V.“. Der Vereinsname repräsentiert eine Forderung des ehemaligen Frankfurter Kulturdezernenten und späteren Präsidenten des Goethe-Instituts Hilmar Hoffmann. Der Verein will das Bürgerrecht auf

kulturelle Teilhabe verwirklichen, das sich aus der Menschenrechtscharta der Vereinten Nationen und dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland (Artikel 1) ableitet.

 


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