26. Mai 2015

 

Haushalt 2015/2016: Verstetigung des Modellprojektes „Leben von Menschen mit Behinderung in Gastfamilien mit ambulanter Unterstützung“ und Erweiterung des Unterstützungsangebots für die Gastfamilien

Verstetigung des Modellprojektes „Leben von Menschen mit Behinderung in Gastfamilien mit ambulanter Unterstützung“ und Erweiterung des Unterstützungsangebots für die Gastfamilien

 

Begründung:

Die psychiatrische Familienpflege zur Vermeidung oder Beendigung von Heimaufenthalten hat sich über viele Jahre bewährt. Sie ermöglicht Artikel 19 der UN-Behindertenrechtskonvention entsprechend inklusive Lebensverhältnisse im Alltag, wo Menschen sonst auf besondere Wohnformen verwiesen werden müssten. Für die in Gastfamilien vermittelten Menschen mit Behinderung wurde im Rahmen des Projekts LiGa eine Unterstützung im Rahmen einer selbstständigen Wohnform sichergestellt. Die Betreuung in der Familie wird meist über einen längeren Zeitraum fortgesetzt und die guten Erfahrungen bei der Unterstützung von Familien mit Gästen haben zu einer Ausweitung des Projektes auf das gesamte Rheinland geführt.

Auch wenn die Ausweitung auf das gesamte Rheinland sich als schwierig erwiesen hat, die Zahl, der in Gastfamilien mit ambulanter Unterstützung Lebenden im Rheinland insgesamt gering ist und das enge Zusammenwirken mit einer Klinik vorteilhaft ist, bleibt die rheinlandweite Betreuung in der Familie doch weiterhin erstrebenswert und das Angebot unverzichtbar, um die Zahl der Betreuungen in Wohnheimen zu reduzieren. Eine Ausweitung auf den Personenkreis von Menschen mit sog. geistigen Behinderungen ist geboten. Daher sollen weiterhin spezialisierte Fachdienste unterstützt werden, die im Vorfeld für eine Vermittlung sorgen, für die Anwerbung und Qualifizierung der Familien zuständig sind und dann bei der Begleitung von Familien und den bei ihnen lebenden Menschen mit Behinderung helfen. Das und die Öffentlichkeits- und Netzwerkarbeit erfordern einen regelmäßigen Arbeitseinsatz, der langfristig sicherzustellen ist. Zusätzlich soll den Gastfamilien eine regelmäßige Fortbildung zu Themen ermöglicht werden, die über psychische Krisensituationen aufklären und in der Familienpflege von Bedeutung sind bzw. als Hilfe im Alltag dienen. Das Integrationsamt, die HPH-Netze und die LVR-Kliniken bieten Fortbildungen und Seminare zu entsprechenden Themen an, die für (zukünftige) Gastfamilien eine wichtige Unterstützung sein können. Über diese Angebote und auch über Angehörigengruppen in der Umgebung werden angehende Gastfamilien informiert und die Teilnahmegebühren für entsprechende Angebote übernommen. Der Erfahrungsaustausch unter den Gastfamilien wird ebenfalls aktiv gefördert, indem die Familien rheinlandweit regelmäßig zu Austauschtreffen eingeladen werden, bei denen auch eine Ansprechperson für fachliche Fragen zur Verfügung steht. Die bisherigen regionalen Treffen sind sehr klein und müssen abgesagt werden, sobald wenige Familien verhindert sind. Diese Maßnahmen können die Attraktivität des Angebots für interessierte Familien erhöhen und bei der „Familienakquise“ nützlich sein.

Weiterhin muss sichergestellt werden, dass die getrennte Beantragung der existenzsichernden und der Fachleistungen harmonisiert wird und nicht zu Verzögerung bei Zahlungen führt, die den Gastfamilien zustehen. In der Vergangenheit haben die Komplexität der Beantragung und Umsetzung des „Leistungspaketes“ immer wieder zu Verunsicherungen bei den Beteiligten geführt und können Interessierte an der Familienpflege abschrecken. Daher sollte im Sozialausschuss regelmäßig über die Anstrengungen zur Vereinfachung der Abläufe berichtet werden.


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