26. Mai 2015

 

Haushalt 2015/2016: LVR-Zentrum für Medien und Bildung und Leichte Sprache

Beschlussvorschlag: Die Verwaltung des LVR nimmt Kontakt auf mit dem Land NRW, der Stadt Düsseldorf sowie mit dem Schwesterverband LWL, mit dem Ziel, das LVR-Zentrum für Medien und Bildung als zentrale Instanz in NRW beim Aufbau von Kompetenzen im Bereich Leichte Sprache zu etablieren. Die dafür notwendigen Ressourcen werden bereitgestellt.

Begründung:

Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung haben nach der UN-Behindertenrechtskonvention Anspruch auf barrierefreie Kommunikation (Art. 21, Art. 30 Abs. 1 BRK). Leichte Sprache ermöglicht Barrierefreiheit im Hinblick auf das Erfassen von Informationen und stellt einen wichtigen Teilaspekt von Inklusion dar.

Im Referentenentwurf eines Ersten allgemeinen Gesetzes zur Stärkung der Sozialen Inklusion in Nordrhein-Westfalen wird zum Thema Leichte Sprache ausgeführt:
„Gegenüber Menschen mit geistiger Behinderung oder Lernschwierigkeiten kann Leichte Sprache ein geeignetes Instrument zur Überwindung von Sprachbarrieren sein. Hierzu ist erforderlich, dass Leichte Sprache einen höheren Verbreitungsgrad erhält. Die Landesregierung soll daher gemäß Absatz 2 Satz 2 den Aufbau von Kompetenzen im Bereich Leichte Sprache unterstützen und darauf hinwirken, dass zunehmend mehr Dokumente auch in Leichte Sprache übersetzt werden.“

Das ZMB als „zentraler Ansprechpartner für den Landschaftsverband Rheinland (LVR), das Land NRW und die Stadt Düsseldorf“, versteht sich als kommunaler Dienstleister und richtet sich „mit seinem Angebot an alle Multiplikatoren, die in pädagogischer oder erzieherischer Verantwortung stehen und Unterstützung im Spannungsfeld von Medien und Erziehung suchen.“ In einer Kooperationsvereinbarung zwischen dem Land NRW, dem LVR und dem LWL bezüglich der Medienberatung durch das ZMB wird als Aufgabe ausdrücklich die „Unterstützung von Schulen und Beratung von Medienproduzenten zur Gestaltung barrierefreier Medien für das Lernen“ genannt.

Zu den Angeboten des Zentrums gehört auch die Produktion von barrierefreien Medien. Dazu heißt es auf den Webseiten des ZMB: „Medien aller Art sollten Menschen mit Behinderungen zugänglich sein. Deshalb nutzen wir bei vielen Produktionen alle Möglichkeiten, die Inhalte auf verschiedenen Wegen zu vermitteln. Bei Videos bieten wir oft Hörfilme für Sehbehinderte und Gebärdenvideos für Gehörlose an. Wir produzieren für Museen Audioführungen in Leichter Sprache oder mit zusätzlichen Gebärdenfilmen auf dem Display. Die Menüführung von DVDs und Multimediaanwendungen wird durch gesprochenen Text erklärt und so auch für Blinde handhabbar. (…) Barrierefreiheit ist für uns eine wichtige Voraussetzung für eine Gesellschaft, an der alle teilhaben können.“

Die Angebote und Kompetenzen des ZMB im Bereich Leichte Sprache sollten angesichts derer besonderen Bedeutung und angesichts derer viel zu geringen Verbreitung deutlich ausgebaut werden. Die Kooperation mit bereits vorhanden Institutionen, wie dem Netzwerk Leichte Sprache (dazu gehören u.a. die Bundesvereinigung Lebenshilfe, AWO Bundesverband e.V. und der Verein Mensch zuerst) sowie dem Bundesverband Alphabetisierung und der Forschungsstelle Leichte Sprache der Universität Hildesheim, ist dabei geboten.

Als etablierter moderner Medien- und Bildungsdienstleister für Land, LVR, LWL und Stadt Düsseldorf ist das ZMB ein nahezu idealer Akteur „für den Aufbau von Kompetenzen im Bereich Leichte Sprache“ und für die forcierte Verbreitung von Dokumenten in Leichter Sprache.

 

Der Beschluss leitet eine konkrete Umsetzungsmaßnahme entlang der formulierten Zie lrichtung 8 des LVR-Aktionsplanes „Die Leichte Sprache im LVR anwenden“ ein. Darüber hinaus wird die im „Interesse der Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit angestrebte Verschränkung von LVR-Maßnahmen mit denen anderer staatlicher Akteure“ berücksichtigt. Schließlich wird den im LVR-Aktionsplan formulierten Erwägungen zum Ausbau „von Schulung von LVR-Beschäftigten“ und zur Einrichtung eines „LVR Büros für Leichte Sprache“ Rechnung getragen (vgl. S. 70, 71 und S. 96 -98 LVR-Aktionsplan).


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