07. Mai 2010

Von: Ulrike Detjen

Inklusion ist kein Sparmodell

Inklusion ist völkerrechtlich geboten. Für Deutschland ist die entsprechende UN-Behindertenrechtskonvention am 26. März 2009 in Kraft getreten.

Vielfalt soll normal werden. Jeder Mensch, ob mit oder ohne Behinderung, hat eigene Talente und lebt, arbeit und lernt auf seine Weise und in dem ihm eigenen Rhythmus und Tempo. Deshalb ist unsere Gesellschaft aufgefordert, Strukturen zu schaffen, in denen alle mit ihren Besonderheiten und auf ihre individuelle Weise teilhaben können. Das betrifft alle Arbeitsbereiche des LVR.

Der LVR ist mit dem Grundsatz „Ambulant vor stationär“ auf einem richtigen Weg. DIE LINKE befürchtet jedoch, dass im Rahmen der angespannten Haushaltslage dieses Programm nicht zur Inklusion, sondern im wesentlichen zur Standardsenkung genutzt wird. Ambulant betreutes Wohnen muss die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben sicherstellen – und das wird kaum gelingen, wenn die Fallzahlen für die Betreuerinnen und Betreuer rasant gesteigert werden.

Im Bildungswesen bedeutet Inklusion für DIE LINKE nicht einfach die Auflösung des viergliedrigen Schulsystems. Im Mittelpunkt muss eine Ausstattung des gesamten Bildungswesens mit sachlichen Mitteln und mit Personal stehen, die gewährleistet, dass Kinder und Jugendliche gemeinsam entsprechend ihrer Fähigkeiten gefördert werden.

Hier kann der LVR seine Kompetenzen einbringen – und etwas kreativer in der Entwicklung inklusiver Bildungslösungen werden. Inklusion darf nicht zum Vorwand der Auflösung von Förderschulen ohne eine qualitativ andere Ausstattung der Schulen werden.

Erschienen im LVR-Report Februar-April 2010

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