29. Juli 2011

Von: Uwe Groeneveld

Gute und hinreichende Heimplätze sind wichtig

Durch den Paradigmenwechsel „ambulant vor stationär“, dürfen die Heimplätze nicht aus dem Blick geraten. So gibt es bereits Wartelisten für Heimplätze beim LVR. Dabei muss klar sein, dass die betroffenen Menschen entscheiden. Wird ein Heimplatz bevorzugt, dann muss der Platz auch bereitgestellt werden.

In manchen Fällen kann eine stationäre Unterbringung vorübergehend vorteilhaft sein.

Etwa bei chronisch suchtkranken Menschen, für die die Vermeidung eines Rückfalles im Vordergrund steht.

Auch in der Forensik gibt es Bedarf. Die forensischen Stationen an den LVR-Kliniken sind nicht zuletzt aufgrund des Spardrucks und des niedrigen Pflegesatzes bemüht, die Verweildauer zu begrenzen und Patientinnen und Patienten zu beurlauben. Oft ist für diese Menschen nach einer langjährigen  geschlossenen Unterbringung die Nachsorge zunächst nur auf der Grundlage des stationären Wohnens möglich.

Ein weiterer Auftrag ist die Heimunterbringung älterer Menschen mit Behinderungen. Kostenfragen dürfen hier nicht bestimmen, wo eine  Unterbringung jeweils erfolgt. Ein Problem ist, dass Pflegesätze je nach Heimträger unterschiedlich gezahlt werden. Außerdem werden in stationären Einrichtungen Menschen mit Behinderung stark benachteiligt, da sie nur 250€ aus der Pflegekasse erhalten. Würde dieselbe Person ambulant betreut wohnen, erhielte sie mit Pflegestufe 3 ein Mehrfaches.

Es gibt also eine Reihe offener Fragen und ungelöster Probleme im Zusammenhang mit der Qualität und Anzahl von Heimplätzen, für die der LVR zusammen mit der Politik Antworten finden muss.

 


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